Beinwell (Symphytum officinale)
Der Beinwell, eine mehrjährige Pflanze mit borstig behaarten Blättern aus der Familie der Borretsch-Gewächse, hat sich in unserem Kneipp-Kräutergarten prächtig entwickelt. Seine glockenförmigen violetten Blüten locken von Mai bis Juli zahlreiche Insekten an.
Beinwell, auch "Knochenwohl", "Wundallheil" und "Schadheilwurzel" genannt, lässt durch den botanischen Namen "Symphytum", aus dem Griechischen "zusammenwachsen" auf seine Heilwirkung schließen.
Anbau:
In fast ganz Europa beheimatet, wird Beinwell zu arzneilichen Zwecken vor allem aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Polen importiert.
Anwendung:
Heute wird Beinwell nur noch äußerlich in Form von Cremes und Salben angewandt; dabei wirkt bei Verletzungen der Wirkstoff Allantion wundheilend, durchblutungsfördernd und entzündungshemmend. Da alle Pflanzenteile zum Teil beträchtliche Mengen an giftigen Alkaloiden aufweisen, werden keine Tees aus Beinwell-Blättern mehr empfohlen. Damit heilten jedoch die Indianer Nordamerikas Atemwegserkrankungen und Entzündungen von Magen und Galle.
Um Beinwell-Salbe selbst herzustellen, kann man 10 g Rosmarinblüten und 20 g Beinwellwurzeln mit ¾ Liter Olivenöl im Wasserbad erhitzen, abkühlen lassen und abseihen. Nach 12 Stunden gibt man 50 g im Wasserbad geschmolzenes Bienenwachs dazu, das vorsichtig mit der Ölmischung verrührt wird.
Apotheker empfehlen: Kytta-Salbe und Rephastan-Salbe
Text Marianne Adam - Foto Gotthard Fürstenfelder - Gestaltung Helmut Wick
Quelle: Birgit Frohn, Lexikon der Heilpflanzen, Standardwerk zur Pflanzenheilkunde
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